Lin Ganquan gibt uns in seinem vorliegenden Werk einen faszinierenden Uberblick uber zweieinhalb Jahrtausende des Konfuzianismus in China - immer mit Blick auf die im 20. Jahrhundert stattfindende kulturelle Neuorientierung. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf das Selbstverstandnis der konfuzianischen Kultur Chinas in der neuen Weltordnung und darauf, was aus der im 20. Jahrhundert entstandenen Verunsicherung und notwendigen Umorientierung Neues gelernt werden kann. Lin Ganquan untersucht dabei kritisch grundsatzliche Fragestellungen zur Struktur der konfuzianischen Geistesgeschichte Chinas. Die von ihm dargestellte Debatte, die im 20. Jahrhundert stattfand, war eine Lernphase, an deren zumindest vorlaufigem Ende, wie Ole Doring in seinem Vorwort anmerkt, sich die einordnenden, vernunftigen Krafte des ,alten Konfuzianismus wieder starker, kritischer und womoglich wirkmachtiger als zuvor in politischer Gestaltung ausdrucken: bei der Modernisierung von Wirtschaft, Gesellschaft und Recht. Ein Buch, das uns hilft, das China der Gegenwart besser zu verstehen.