Warum fasziniert uns Kleist mit neuer Intensitat? Was ist das Besondere am Kleist-Erlebnis; wie lasst es sich beschreiben? Welche Affinitaten und Konvergenzen bestehen zwischen Kleists eigentumlichen Darstellungen und unserer Gegenwartskultur? Der Rezeptionsboom, den die Texte Kleists in den letzten Jahren erfahren haben, scheint sich nicht primar uberraschenden Funden, neuen Anschlussen an gegenwartige Theorieformen oder anderen Moglichkeiten ihrer Aktualisierung zu verdanken, sondern Kleists ganz eigentumlichen Denkformen und Schreibweisen. Die Beobachtungen und Beschreibungen seiner Intensitat, seiner Plotzlichkeit, seiner eigentumlichen Textwelten und Haltungen erregen daruber hinaus auch kulturdiagnostisches Interesse: auf welche kulturelle Disposition treffen Kleists Texte mit neuer Wucht? Mit Beitragen von Gunter Blamberger, Karl Heinz Bohrer, Hans Ulrich Gumbrecht, Wilhelm Vokamp, David E. Wellbery u. a.