Die Schulerbewegung gestaltete als Teil der 68er-Revolte Schulpolitik, Demokratie und Gesellschaft entscheidend mit. Die Proteste um 1968 sind zu Recht als Jugendrevolte bezeichnet worden. Lange Zeit spiegelten jedoch weder die Forschung noch die Erinnerungskultur die tatsachliche Vielschichtigkeit der 68er-Bewegung wider: Es brodelte namlich nicht nur an den Universitaten und in den Betrieben, sondern auch an den Schulen. Die Schulerbewegung wurde lange lediglich als Nachwuchs oder kleine Schwester der Studentenbewegung gesehen. Diese Interpretation wird ihrem wirklichen Einfluss allerdings nicht gerecht: Zwischen Zugehorigkeit und Abgrenzung brachte die Schulerbewegung eigene Themen und Forderungen in die 68er-Bewegung ein und behauptete sich als eigenstandige Akteurin innerhalb der zeitgenossischen Bildungspolitik.