"e;Liebt die Wahrheit, liebt den Frieden!"e;Mendelssohn entwickelt eine systematische Kritik religioser und staatlicher Machtanspruche uber das menschliche Gewissen. Seine Kernthese: Weder weltliche noch geistliche Autoritat besitzt das Recht, in Fragen der inneren Uberzeugung zwingend zu wirken. Wahre Religion entspringt der Vernunft und freien Einsicht, nicht au erem Druck. Diese Ausgabe macht sein philosophisches Hauptwerk von 1783 fur heutige Leser zuganglich, ohne den originalen Gedankengang oder die argumentative Prazision zu beeintrachtigen. Uberlange Periodenstrukturen des 18. Jahrhunderts wurden in verstandliche Sprache ubertragen, historische Begriffe behutsam aktualisiert. Das Werk entstand als Antwort auf den Konversionsaufruf des Zurcher Theologen Lavater und entwickelt daraus eine grundsatzliche Theorie der Gewissensfreiheit. Mendelssohn argumentiert fur die strikte Trennung von Handlung und Gesinnung: Wahrend der Staat Handlungen regulieren darf, bleiben Gedanken und Uberzeugungen der staatlichen wie kirchlichen Einflussnahme entzogen. Ein Schlusseltext der deutschen Aufklarung, der sowohl fur die Religionsphilosophie als auch fur die politische Theorie der Toleranz von bleibender Bedeutung ist.