Wie lassen sich die Vielfalt und Vielstimmigkeit der gegenwartigen Kunstkritik erfassen? Der Band gibt Antworten in 35 paradigmatischen Kritiken. Die Autor:innen greifen die Stimmen, Perspektiven und Schreibweisen anderer prominenter Kritiker:innen auf und entfalten in kurzen experimentellen Formen die Potenziale der Kunstkritik. Wie wurde der Aufklarer Denis Diderot uber eine Ausstellung der Kunst des 21. Jahrhunderts schreiben? Wie konnte eine nie geschriebene Kritik von Caroline Schlegel zu Schillers Gedichten klingen? Was erfahren wir in einer Ausstellung Gauguins mit den Werken Franz Fanons im Gepack? Der Band schafft in fiktionalen und transhistorischen Dialogen Spielraume, in denen sich das Schreiben performativ entfaltet, in denen Identitaten entstehen, ohne festgeschrieben zu werden, in denen Urteile gefunden und situiert werden. Weit davon entfernt, in eine angebliche Krise zu verfallen, zeigt sich, wie Kunstkritik Diskurse pragen und kritisch mitgestalten kann.