Zu den Opfern des NS-Regimes gehoren auch Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen. Die schatzungsweise 400.000 Zwangssterilisierten und die Angehorigen der etwa 300.000 durch die "Euthanasie" Ermordeten wurden nach dem Krieg erneut ausgegrenzt und Forderungen nach Entschadigungen und weiteren Anerkennungen abgelehnt. Die Stimmen der Betroffenen sind in umfangreichen Interviews zuganglich. Huber untersucht die Auswirkung der staatlichen Diskriminierung auf das Familienleben sowie das soziale Umfeld, erhebt Selbstkonstruktion und Fremdzuschreibung ausgehend von Stellungnahmen der Betroffenen. Erst lange nach 1945 anderte sich der Umgang mit Menschen mit Behinderungen und Psychiatrieerfahrungen, nicht zuletzt dank dem Einsatz von Betroffenen. Das wird auch in Ausstellungen und Gedenkstatten sichtbar.