Villa im Dschungel oder Teil der Region?In der israelischen Offentlichkeit mehren sich die Stimmen, die kritisch hinterfragen, ob wir Israel weiterhin als westliche Exklave im Nahen Osten ansehen konnen, als Villa im Dschungel , wie es der ehemalige israelische Premierminister Ehud Barak einst formulierte, oder ob wir Israel nicht langst als Teil der Region verstehen sollten - einerseits eingebunden durch ein engmaschiges Netz an geopolitischen Allianzen, andererseits beeinflusst von einer zunehmend nahostlich gepragten politischen Kultur. Jenseits der israelischen Tagespolitik greift Johannes Becke diese Debatte auf und fragt differenziert nach der kulturellen Verortung der israelischen Gesellschaft. Er entwirft die These einer umfassenden kultur- und institutionengeschichtlichen Integration Israels seit seiner Grundung in den Raum des Nahen Ostens und Nordafrikas. Nicht nur das religiose Recht, der riesige Sicherheitsapparat und der Umgang mit ethnischen Minderheiten entsprechen verbreiteten Mustern der Region, sondern auch die israelische Politik, Kuche und Musik. Johannes Becke zeigt die Licht- und Schattenseiten der Integration und beschreibt Israel erstmals nicht als westlichen, sondern als nahostlichen Staat.