Das Herz als physische, kognitive, emotionale und rationale Mitte des Menschen wurde lange vernachlassigt. Der vorliegende Band legt nun Linien der Traditions- und Wissenschaftsgeschichte frei, die das Herz als Mitte des Menschen verstehen und damit sowohl scheinbar ubermachtige naturwissenschaftliche Reduktionismen als auch anthropologische Engfuhrungen uberwinden. Seit der Antike verbanden sich mit dem Herzen nicht nur die vitale Funktion, sondern Begriffe von Vernunft, Verstand und Seele. So konnte das Herz das entscheidende Organ und zugleich Symbol fur das Verhaltnis von Menschen zueinander, zu Gott und der lebendigen Welt werden. Die Beitrage des Bandes erkunden Schlaglichter dieser Spur von der Antike uber die fruhe Neuzeit und bis in die Gegenwart aus der Perspektive unterschiedlicher Forschungsdisziplinen.