Studienarbeit aus dem Jahr 2023 im Fachbereich Geschlechterstudien / Gender Studies, Note: 1,0, Leopold-Franzens-Universitat Innsbruck (Interfakultar), Veranstaltung: SE Reproduktion und Wandel sozialer Ungleichheit, Sprache: Deutsch, Abstract: Berufliche Segregation von Mannern und Frauen ist ein bis heute anhaltendes Merkmal von westlich-europaischen Gesellschaften. Durch eine geschlechtsspezifische Berufswahl und -ausubung werden soziale Ungleichheiten weiter reproduziert, da Frauenberufe im Gegensatz zu Mannerberufen haufig schlechter bezahlt sind und weniger Aufstiegsmoglichkeiten bieten. Geschlechterspezifische Ungleichheiten konnen dabei anhand von zwei Achsen betrachtet werden: der horizontalen und der vertikalen. Horizontale Ungleichheit beschreibt, dass Manner und Frauen unterschiedliche Karrieren und Berufe wahlen. Vertikale Ungleichheit besteht hingegen dann, wenn Manner und Frauen in denselben Berufen und Karrierezweigen unterschiedlich behandelt werden (z.B. in Hinblick auf Lohn oder Prestige). Um mehr Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, ist es also wichtig zu betrachten, wie diese beruflichen Geschlechterunterschiede zustande kommen. In dieser Arbeit sollen daher die im Seminar besprochenen Theorien zu geschlechterspezifischen Ungleichheiten am Arbeitsmarkt zusammengefasst und um Kritik und Alternativen erganzt werden. Dabei steht immer die geschlechterspezifische Berufswahl also die horizontale Ungleichheitsdimension im Fokus. Es sollen die folgenden Fragen geklart werden: Wie unterscheidet sich die Berufswahl je nach Geschlecht? Welche Ursachen hat die unterschiedliche Berufswahl von Mannern und Frauen? Ein besonderer Fokus liegt dabei darauf, warum so wenig Frauen im MINT-Bereich beschaftigt sind. Im ersten Kapitel 2.1 wird daher die aktuelle berufliche Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt mit Fokus auf MINT-Berufe betrachtet. Anschlie end in Kapitel 2.2 sollen die Ursachen der beruflichen Segregation nach Geschlecht anhand der im Seminar besprochenen Theorien (Humankapital, Sozialisations-, Praferenz- und Diskriminierungstheorie) beleuchtet werden. In Kapitel 2.3 wird nochmals besonders der MINT-Bereich in den Blick genommen und die zuvor besprochenen Theorien werden in diesem Kontext in Kapitel 2.4 angewendet sowie mit aktuellen Studien validiert.