Das moderne Bild vom Renaissance-Genie - einsam, inspiriert, autonom - verschleiert die historische Realitat der Kunstproduktion. Dieses Buch zeigt, wie Meisterwerke in Florenz, Venedig und Rom tatsachlich entstanden: durch Werkstattorganisation, Auftragsvergabe, Materialhandel und politische Patronage. Es folgt den Spuren von Lehrlingen, Assistenten, Pigmenthandlern und Vertragsanwalten, die am Entstehungsprozess beteiligt waren. Basierend auf Rechnungsbuchern, Werkstattvertragen, Briefwechseln und technischen Analysen rekonstruiert es, wie Leonardo, Michelangelo oder Tizian in komplexe soziale und okonomische Netzwerke eingebunden waren. Es untersucht, wer Themen bestimmte, wer Qualitat kontrollierte, wer von Ruhm profitierte - und wessen Beitrage die Geschichte verga. Fur alle, die verstehen wollen, wie Kunst im 15. und 16. Jahrhundert als kollektives Unternehmen funktionierte und wie der Geniekult entstand.