Seit den 199er Jahren zeigt sich im politisch-gesellschaftlichen und im asthetisch-kulturellen Feld eine Hinwendung zu ethischen Fragestellungen und Themenfeldern, die unter dem Schlagwort des ethical turn kontrovers diskutiert werden. Die hier versammelten philosophischen, literaturwissenschaftlichen und soziologischen Analysen konkretisieren Leitlinien dieser interdisziplinaren Diskussion unter Ruckgriff auf kulturwissenschaftliche und poststrukturalistische Theorien. Die Beitrage thematisieren die Konstitution von Subjekten und Gemeinschaften, das Verhaltnis von Erinnerung und Gerechtigkeit, sowie Formen gelingender oder verweigerter Anerkennung. Dabei steht im Fokus, wie mediale und narrative Reprasentationen Prozesse der Normbildung reflektieren sowie sozialphilosophische Positionen zu Individualethik und sozialer Gerechtigkeit erganzen bzw. transformieren.