Drastik - mit diesem Stichwort ist auf dem Feld asthetischer Theoriebildung zuletzt ein Begriff ins Spiel gebracht worden, der im Blick auf seine dominante Rolle in der Gegenwartskultur zu widerspruchlichen Positionen Anlass gegeben hat. Mit Beitragen zur Literatur sowie zu Politik, Bildender Kunst, Theater, Film und Popkultur wird eine Asthetik des Drastischen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart in den Blick genommen. Einerseits wird Drastik als Modus der Darstellung begriffen, der regelmaig die Frage nach den Grenzen der Kunst aufwirft. Andererseits werden mit dem Drastischen weder eine bestimmte Epoche noch bestimmte Gegenstande, sondern genuin sprachliche Erfahrungen adressiert. Im Anschluss an eine Debatte uber das Drastische, die noch nicht uber tentative Ansatze hinausgekommen ist, fuhrt der Sammelband vor Augen, dass eine Asthetik des Drastischen nur auf der Grundlage eines systematisch praziser umrissenen, historisch aber weiter ausgreifenden Begriffs zu erschlieen ist.