Der Band thematisiert in einer medien- und kulturhistorischen Perspektive das Diktat als eine Praxis literarischer Produktion mit Blick auf ihren asthetischen und poetologischen Stellenwert. Die Beitrage des Bandes versuchen die lange verkannte Bedeutung freizulegen, die phono-graphischen Diktat-Szenen als kulturtechnischen Praktiken im literarischen Produktionsprozess zukommt. Fokussiert wird daher ein Prozesszusammenhang, in dem die Stimme als korperliches, auktoriales Ausdrucksmedium sowie als Medium auditiver Selbstgewahrwerdung verwoben ist mit Elementen medialer Dispositive, in denen sich literale und akustische Aufzeichnungstechniken konstitutiv verschranken. Dabei lassen die Untersuchungen des Buches in einem breiten Spektrum exemplarischer Studien das produktionsasthetisch bedeutsame Spannungsverhaltnis von diktierender Verlautbarung, medialer Speicherung und poetischen Weiterschreibung sichtbar werden.