Die Wiederentdeckung einer vergessenen Berliner Autorin der 1920er Jahre, die in einem Atemzug mit Gabriele Tergit, Mascha Kaleko, Vicki Baum und Irmgard Keun zu nennen ist. Witzig, ironisch und kritisch!Die literarischen Arbeiten von Polly Tieck datieren aus den Jahren 1925 bis 1933 und sind, wie auch ihre Autorin, heute uberwiegend unbekannt. Die Modeschopferin, Journalistin und Feuilletonistin schrieb Prosatexte und Gedichte, die sie unter ihren Hauptpseudonymen Polly Tieck und Katta Launisch veroffentlichte. Im Fokus der witzig-ironischen, hintergrundig-nachdenklichen, gelegentlich auch kritischen Feuilletons und lyrischen Beitrage stand die sogenannte Neue Frau und das, was sie bewegte: die Rolle und Stellung der Frau in der sich nach dem Ersten Weltkrieg verandernden Gesellschaft, das Verhaltnis der Geschlechter zueinander, Liebe und Erotik und nicht zuletzt die (saisonale) Mode mit all ihren Facetten. In einem zweiten Teil des Bandes rekonstruiert Hans-Joachin Heerde trotz fehlender Korrespondenz mit ihren Zeitgenossen und nur sparlichen Au erungen Dritter auf Grundlage von Archivrecherchen und zeitgenossischen Presseberichten Polly Tiecks Lebenslauf, der eine biografische Annaherung an diese au ergewohnliche Frau ermoglicht. Erstmals wird dem Leser eine Vita vorgelegt, die die entscheidenden Lebensabschnitte im judischen Berliner Bildungsburgertum, die Zeit von 1933 bis 1939 sowie die Emigration nach Chile mit nachprufbaren Daten und Belegen prasentiert.