Ehemalige Nationalsozialisten in den Ministerien der DDR, die unter der F hrung altgedienter Kommunisten den Sozialismus aufbauen - eine "Achse des B sen"? Oder H hepunkt einer massenhaften Anpassung "ganz normaler Deutscher" an die neue Nachkriegsordnung? Wie konnte es zu dieser Allianz kurz nach dem Zweiten Weltkrieg kommen, wo doch der Antifaschismus die wichtigste Legitimationsquelle der kommunistischen Machthaber darstellte? Das Buch "Braune Kader" liefert detailliert Antworten auf diese Fragen. Es basiert auf einer sorgsam durchgef hrten wissenschaftlichen Studie zum sozialen und politischen Profil von ber 150 ehemaligen Mitgliedern der NSDAP, SA und SS in den DDR-Regierungsdienststellen bzw. ihrer Vorl uferin, der Deutschen Wirtschaftskommission. Wesentlicher Anlass f r die Wiedereingliederung war ein eklatanter Fachkr ftemangel, der die kommunistischen Machthaber zu Zugest ndnissen bei der Zusammensetzung des Personals zwang. Die fachlichen Qualifikationen der NS-Belasteten wurden dabei mit einer Reihe anderer Aspekte abgewogen, z.B. der politischen Einstellung zum Sozialismus oder den Verbindungen zum Westen. Es gab diverse DDR-Minister unter ihnen. Die Fluktuation war aufgrund kontinuierlicher S uberungsvorg nge erheblich. Manche belastende Biografieanteile wurden den Beh rden gegen ber verheimlicht. Mitunter wurden sie aber auch enth llt. Um Kontroversen zu vermeiden, versuchten die SED-Spitze und der Staatssicherheitsdienst das Ausma der Besch ftigung NS-Belasteter unter Verschluss zu halten. Sie schreckten dabei nicht davor zur ck, ver ffentlichte Biografien hoher Staatsfunktion re auch selbst zu manipulieren. "Braune Kader", die gek rzte Fassung einer gleichnamigen Dissertation, konzentriert sich auf den Umgang mit ehemaligen Nationalsozialisten im Rahmen der SED-Kaderpolitik und auf das politische Verhalten der NS-Belasteten nach 1945. Die Untersuchung leistet damit einen Beitrag zum Verst ndnis politischer Systemwechsel im Allgemeinen und der brau