Diese erste umfassende Biographie Bernhard Wilhelm von Bulows, 1930-1936 Staatssekretar im Auswartigen Amt, eroffnet einen neuen Blick auf die deutsche Haltung zum System internationaler Friedenssicherung vor dem Hintergrund der Bestrebungen, die Folgen des Versailler Vertrags zu revidieren.Das bislang vorherrschende Bild von Bulows als Locarno- und Volkerbundgegner, der als Staatssekretar ab 1930 bewusst die Abkehr von der Verstandigungspolitik Stresemanns einleitete, erfahrt dabei eine Neubewertung. Weitere Schwerpunkte der Untersuchung bilden von Bulows Verhaltnis zu den Systemwechseln von 1918/19 und 1933 und die Frage nach den Handlungsspielraumen des Auswartigen Amtes unter dem NS-Regime.