August Wilhelm Rehberg (1757-1836) ist vor allem als konservativer Politiker dargestellt worden, obwohl er bedeutende Beitrage zu metaphysischen, moralphilosophischen und literarischen Diskussionen seiner Zeit verfasst hat. Auch in der Aufklarungsforschung ist er weitgehend in Vergessenheit geraten. Bekannt sind in erster Linie seine kritischen Rezensionen von Kants Kritik der praktischen Vernunft und dessen Gemeinspruch sowie seine konservative Sicht auf die Franzosische Revolution. Der Wert von Rehbergs Denken beschrankt sich jedoch keineswegs auf seine Beschaftigung mit dem Werk Kants oder sein Hervortreten als einer der Grunder des deutschen Konservatismus. Vielmehr umfasst seine vielfaltige intellektuelle Tatigkeit zahlreiche Aspekte philosophischer, mathematischer, politischer, literaturkritischer und historischer Art. Der vorliegende Band lenkt den Blick auf den Philosophen und Publizisten Rehberg und unternimmt es, das einseitige und bruchstuckhafte Bild von Rehberg als konservativem Politiker zu uberwinden und sein facetten- und einflussreiches Gesamtwerk in den Blick zu nehmen. Damit wird zugleich eine neue Perspektive auf die Philosophiegeschichte der deutschen Spataufklarung eroffnet.