Die Arbeit untersucht die Darstellungen Asiens bzw. das Asienmotiv in Thomas Manns Der Tod in Venedig, Der Zauberberg und Die vertauschten Koepfe. Unter der methodischen Leitlinie der "komparatistischen Imagologie" zeigt die Analyse, dass 'Asien' in den untersuchten Werken einerseits als das Archaisch-Kulturfeindliche dargestellt wird. Andererseits wird diese Asien-Projektion fur eine Kritik am Niedergang der eigenen Kultur verwendet. In Der Tod in Venedig und in Der Zauberberg fungiert das Asiatische als Chiffre fur die Bedrohung der abendlandischen Kultur durch das Triebhafte. In Die vertauschten Koepfe jedoch verwendet Mann asiatische Elemente zur Kritik am Mythenmissbrauch in der NS-Zeit.