Dieser Band setzt sich zum Ziel, Moglichkeiten guten und gelingenden Lebens angesichts des Todes auszuloten. Von Anfang an gehort das Eingedenk-Sein der eigenen Endlichkeit (memento mori) aber auch zu den Grundthemen der akademischen Philosophie und Theologie. Zugleich stellt es einen wesentlichen Teil der abendlandischen Geistesgeschichte dar, indem es sich als zentraler kulturgenerierender Faktor erweist. Denn wirklich zu begreifen, dass [es] ein Ende mit mir haben muss , wie Luther das Wort des Psalmisten ubersetzt und Brahms es dann im Deutschen Requiem kongenial vertont - dieses Wissen um die irreversible und universale Faktizitat des Sterbenmussens verlangt nicht nur nach rationalen Konzepten der Kontingenzbewaltigung, sondern auch nach entsprechenden praktisch-sozialen Handlungsstrategien. Im Zentrum der Beitrage stehen weniger abstrakte Theoreme der Endlichkeit und Sterblichkeit, sondern vielmehr emotionale wie volitionale (Lebens-)Einstellungen, rationale Sinnkonzepte (sog. Denkformen) und praktisch-ethische Handlungsoptionen des Menschen angesichts seiner Konfrontation mit diesem noch ausstandigen Punkt seines Endes in der Zeit und seiner relativen Nahe zu ihm.