Aventiurenerzahlen erschliet in seinen zentrifugalen Bewegungsmustern Areale am Rande dessen, was vertraut und ordnungsgema bestimmbar ist - mit weitreichenden Folgen fur die europaische Literatur. Aber was resultiert aus dem Blick uber den Rand? Konturiert sich im Erzahlen eine andere Ordnung oder zeigt sich etwa ein Anderes der Ordnung? Werden in der agonalen Steigerungslogik des Abenteuers letztlich Differenzen in Intensitaten umgewandelt? Die Beitrage des Bandes werfen ein neues Licht auf die Genealogie des Abenteuers, dessen literarischer Eigenwert nicht einfach auf der Abblendung religioser Sinnangebote grundet, sondern eher auf eigenwilligen Modi des Transzendierens. Am Beispiel volkssprachiger Texte, von Artusromanen und Kreuzzugsepen uber Ritterbiographien bis hin zu spatmittelalterlichen Pilgerberichten, werden neue Thesen zur strukturellen Charakteristik, zur intertextuellen Reichweite und zur Interdependenz des Abenteuer-Narrativs mit Historie und sozialer Praxis erprobt.