Spiele werden als kulturelle Formate neben Filmen, Texten u.a. immer prasenter. Darum wird es hochste Zeit, ludologische Fragen zu stellen, die sich mit der spezifischen Asthetik des Spiels befassen. Hierzu mochte der Band einen kultur- und sozialwissenschaftlichen Beitrag leisten. Was zeichnet Spielpraktiken aus? Werden Spiele gespielt, oder spielen sie sich ab? Worin besteht der Zusammenhang zwischen einem Spiel (game) und dem Spielen (play) - wie also sind soziokultureller Kontext und Situativitat jeweils aufeinander bezogen? Konnen Spiele als Modell der Gemeinschaftsbildung dienen? Seit Johan Huizingas Homo ludens werden Spiele als eigenstandige kulturelle Form erforscht, wenn auch mit geringer Breitenwirkung; doch spatestens mit dem Siegeszug der digitalen Medien und der in ihnen ermoglichten Multiplikation von Spielformaten erweist sich die Erforschung nicht nur von Spiel und Spielen, sondern auch von Spielbegriffen und ihrer Nutzung als dringendes kultur- wie sozialwissenschaftliches Forschungsdesiderat, das sich auch und gerade jenseits der spezifisch auf Computerspiele fokussierenden Game Studies stellt. Mit Beitragen u.a. von Hans-Ulrich Gumbrecht und Martin Zenck.