Die Hauptakteure des Kunstsystems - Sammler, Kunsthistoriker und Kunstler - haben eines gemein: Sie alle sind hyperimage -Bildner. In Ausstellungen, illustrierten Kunstbuchern und im Unterricht werden Bilder oder ihre fotografischen Reproduktionen als kalkulierte Ensembles mit eigener Bedeutung arrangiert. Fur deren Untersuchung ist die Kunstgeschichte bislang kaum gerustet. Felix Thurlemann entwirft eine Theorie dieser besonderen Form des pluralen Bildgebrauchs, die charakteristisch ist fur den Umgang der westlichen Kultur mit dem Bild. Jede Zusammenstellung von Bildwerken zu einem groeren Ganzen kommt - dies ist die Hauptthese des Buches - einer Deutung und asthetischen Wertung der beteiligten Werke gleich. Da die hyperimages nicht auf Dauer gestellt sind, erweist sich ihr Studium als wichtige, bislang vernachlassigte Quelle fur die wechselnden historischen Konzepte von Kunst .