Wie passt die Moral in die Welt? Ist sie eine bloe Fiktion, Ausdruck individueller Einstellungen, soziales Konstrukt? Oder konnen wir sagen, dass moralischen Normen und Werten objektive Gultigkeit zukommt und sie unabhangig von individuellem Gutdunken existieren? Dieses Buch unternimmt den Versuch, G. W. F. Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts (1820) fur die Beantwortung dieser Grundfragen der Metaethik fruchtbar zu machen. Hierzu wird die aktuelle meta-ethische Debatte anhand von vier begrifflichen Leitdifferenzen gegliedert. Diese werden dann zur Rekonstruktion von Hegels Rechtsphilosophie eingesetzt. Gezeigt werden soll, dass Hegel uber eine komplexe und gegenwartig nicht vertretene metaethische Theorie verfugt, die scheinbar gegensatzliche Positionen versohnt: So ist Hegels Rechtsphilosophie zufolge Moral zwar wesentlich an die historische und soziale Selbstbestimmung menschlicher Subjekte gebunden, dadurch aber weder als Projektion noch als Konstrukt noch als Fiktion zu klassifizieren. Vielmehr kommt dieser Selbstbestimmung und damit der Moral objektive Geltung und Existenz zu, insofern sie individueller Willkur und subjektivem Meinen enthoben sind.