Die Studie setzt sich mit besiegelten Urkundenverschlussen aus hellenistischen Archivkontexten auseinander. Meist sind die Urkundenverschlusse nur dann erhalten geblieben, wenn das zugehorige Archiv abgebrannt ist. Durch das Feuer wurden die Urkunden zerstort und die tonernen Siegelabdrucke haltbar gemacht. Auf diese Weise sind schatzungsweise 80.000 Siegelabdrucke auf Urkundenverschlussen aus hellenistischer Zeit uberliefert worden. Die verwendeten Siegel zeigen eine enorme ikonographische Bandbreite. Die Forschung steht nun vor dem Problem, dass diese Funde durch den Verlust der Dokumente dekontextualisiert sind und nur in Ausnahmefallen Aussagen zur Funktion der Siegel und den Inhalten der besiegelten Dokumente moglich sind. Um dennoch das Potenzial dieser bedeutenden Funde nutzbar zu machen, ist es unabdingbar, sich dem Material mit Hilfe quantitativer Methoden zu nahern.