Die Autorinnen und Autoren der Beitraege gehen davon aus, dass eine Erinnerung an die Greuel des zwanzigsten Jahrhunderts, die sowohl den Gulag als auch die Shoa umfasst, zu den Grundvoraussetzungen politischer und gesellschaftlicher Annaeherung in Europa gehoert. Die Texte leisten eine Zusammenschau des Schreibens ueber Lagererfahrung in unterschiedlichen Kulturraeumen und loten das Spannungsfeld zwischen der literarischen Darstellung der Entmenschlichung und der rhetorischen Distanz der Erzaehler gegenueber dem Geschehenen aus. Sie lenken darueber hinaus ihre Aufmerksamkeit auf die Art, wie das millionenfache Leid kuenstlerisch verarbeitet wird. Wenngleich Adornos Verdikt, nach Auschwitz verbiete sich jede Kunst ueber Auschwitz, immer weniger Anhaenger findet, so bleibt doch die Frage, wie Literatur diesem Leid gerecht werden kann.