Juan Hernández Jr. untersucht erstmals seit Bernard Weiss' einschlägigem Werk 'Die Johannes-Apokalypse' systematisch die Schreibpraktiken in der Johannesapokalypse. Aufbauend auf die Studien von Ernest C. Colwell und James R. Royse diskutiert er die Sonderlesarten in Sinaiticus, Alexandrinus und Ephraemi und untersucht sie im Lichte ihrer Rezeptionsgeschichte im frühen Christentum. Er zeigt, daß die Schreiber dieser drei Manuskripte öfter kürzten als daß sie eigenes hinzufügten und auf diese Weise versuchten, den Text harmonischer zu gestalten. Durch diese Veränderungen kam es zu signifikanten theologischen Änderungen des Textes aus dem 4. Jahrhundert.