Die Haut, in der wir leben øvrigTysk, 2001

Beskrivelse

?Hiobs elendes Siechtum ist nicht mehr die gottbefohlene Prüfung einer armen Seele, sondern eine Krankheit mit Anspruch auf Behandlung. Was früher Schicksal war, ist heute Auftrag und Chance. So muß im Zeitalter der Antibiotika niemand mehr, wie es einst (aller Wahrscheinlichkeit nach) dem Reformator Hutten, dem Humanisten Erasmus von Rotterdam oder dem Bayerischen König Ludwig II. geschehen ist, jahrelang ein Opfer der Syphilis sein, um schließlich von dieser Krankheit zerstört zu werden.? Der medizinische Fortschritt ereignet sich auf allen Gebieten der Hauterkrankungen. Davon erzählt dieser Band. Hundert Milliarden Zellen, die sich langsam, aber lebenslänglich erneuern, bilden die 2m2 große, 10 kg schwere, mit 120 Schweißdrüsen und 15 Talgdrüsen pro Quadratzentimeter bestückte und durch 240 km feinste Blutgefässe versorgte Hülle unseres Körpers. Dieses größte aller Organe gestaltet unsere äußere Identität. Sie ist Spiegel der Seele, der Gefühle, von Freud und von Leid. Die Haut kann selbst zum Ausgangsort von Krankheiten werden; meist deutlich sichtbar, nicht nur für den Träger, sondern auch für die Umwelt -was jedem Hautleiden eine zusätzliche psychosoziale Komponente verleiht. Ebenso ist die Haut Modellorgan für zahlreiche entzündliche und tumoröse Erkrankungen verschiedener Organe kK sowie für die Untersuchung von deren Entstehungsmechanismen und Behandlungsmöglichkeiten. Allergien, Schäden durch ultraviolette Strahlen, Infektionskrankheiten und Tumoren haben sich zum Gegenstand intensiver Forschungstätigkeit in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt. Vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung zeigt Die Haut, in der wir leben in spannenden Beiträgen, neben interessanten Phänomenen und Krankheitsbildern der Haut, das Leistungsspektrum der modernen Dermatologie. Nahaufnahmen der Haut in diversen Lebensaltern und unterschiedlichen Lokalisationen erzählen bildhaft von den Strapazen unserer lebenslänglich geschundenen oder gepflegten >Umhüllung